Hotel Bristol Berlin

Gold-richtig: Das Hotel Bristol Berlin

Es gibt Hotels, die sind für eine Überraschung gut. Manche sogar für zwei, so, wie beim Hotel Bristol Berlin. Beide Überraschungen haben miteinander zu tun. Und bei der einen geht es sogar um Gold! Wer jetzt neugierig wird, ist hier gold-richtig:

Hotel Bristol Berlin: Die erste Überraschung

Die erste Überraschung war ein großes Medien-Thema, nicht nur in den Berliner Gazetten, sondern in vielen Hotellerie-Fachblättern: Das Bristol Hotel Kempinski Berlin, von den Berlinern oft liebevoll „unser Kempi“ genannt, strich zum Jahreswechsel das „Kempinski“ aus seinem Namen. Auch wenn es in Zukunft weiterhin Verbindungen zur und Verträge mit der Kempinski „Familie“ gibt (es bleibt auch weiterhin ein „Partnerhotel“ der Hotelgruppe), steht das „Bristol Berlin“ seit diesem Jahr auf eigenen Füßen. Es ist ein wenig so, als würde ein Kind den Schoß der Familie verlassen und zuhause ausziehen, um nun selbst für sich Verantwortung zu tragen. Sorgen muß man sich deshalb nicht: Das „Kind“ ist Jahrgang 1952, also schon aus dem Gröbsten heraus und kann bereits eine lange Karriere als First-Class-Hotel vorweisen. Und Hotel-Chefin Birgitt Ullerich, die das Hotel seit 2009 erfolgreich leitet, bleibt auch weiterhin an Bord.

Frau Ullerich hat gleich nach der Trennung von Kempinski die Ärmel hochgekrempelt und mit dem Renovieren begonnen. Manch Zimmer des West-Berliner Traditionshauses versprüht noch den Retro-Charme der 70er und 80er Jahre. Andere wurden bereits tip-top aufgemöbelt, so, wie im „Turm-Anbau“ (s.u. in der Zimmerbeschreibung). Die ersten Renovierungsarbeiten im Erdgeschoß führten dann zur zweiten Überraschung: Dem Goldfund!

Hotel Bristol Berlin

Blick in die Lobby mit den Säulen von „Puhl & Wagner“ (vorne und links) und neuem Hotel-Logo auf Marmor-Boden

Die zweite Überraschung

Wer heute von Berlins Prachtboulevard Kurfürstendamm (Ku’damm) aus ein paar Schritte in die Fasananstraße geht, dann links den livrierten Wagenmeister vor dem Hotel passiert und durch die schwere Drehtür in die Empfangshalle des Bristol Berlin tritt, kann teilhaben an dieser Überraschung: Zwei der vier großen Säulen in der Lobby sind in ein Mosaik-Gewand aus 24-Karat-Gold-Plättchen gehüllt. Wahrscheinlich ist die goldene Säulenkunst eines der letzten großen Werke von „Puhl & Wagner„, dem früheren Hoflieferanten Wilhelms II. und ehemals bedeutendstem deutschen Hersteller von Glasmosaiken. 1933 zwangen die Nationalsozialisten einen der beiden Gesellschafter aus dem Berliner Unternehmen. 1969 mußte „Puhl & Wagner“ schließen. Warum die goldenen Säulen nach ein paar Jahren hinter einer Holzverschalung verschwanden und schließlich in Vergessenheit gerieten, ist ein Rätsel. Eine schöne Überraschung ist diese Entdeckung allemal.

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Sitzecke im Bristol Café

Hotel Bristol Berlin

Stilvolles Arrangement zur Oster-Zeit im Bristol Café

Gleich neben der Lobby wartet ein besonders ansprechendes Refugium auf Besucher und Gäste: Das Bristol Café in der umgebauten „Gobelin-Halle“, das mit seinen schweren Sesseln, gedeckten Farben, einem Kamin und schönen historischen Gemälden eher einem besonders großen Wohnzimmer gleicht, in dem man als Gast bei Kaffee, Kuchen und ausgezeichneten Torten aus der Hotel-eigenen Patisserie in Ruhe die Zeit vergessen kann. Mein persönlicher Tipp: Fragen Sie mal nach dem hausgemachten Ingwertee (kommt mit Limette, Orange und Honig)! Ein Bar-Tresen im neuen Wanddurchbruch zur Lobby gewährt auch von hier den Blick auf die goldenen Säulen.

Hotel Bristol Berlin

Köstlichkeiten aus der Hotel-Patisserie

Hotel Bristol Berlin

Blick vom Bartresen des Bristol Café in die Lobby

Bei Geschäftsreisenden ist das Bristol Café ein beliebter Ort, um sich ungestört in kleiner Runde bei einem Drink zu besprechen. Business-Traveller, die sich im Hotel mit Geschäftspartnern in ungezwungener, aber niveauvoller Atmosphäre treffen wollen, sind hier genau richtig. Das geschulte Personal ist unaufdringlich und besonders freundlich. Neben diversen deutsch-sprachigen Zeitungen – darunter FAZ und Börsen-Zeitung – finden Business-Gäste hier selbstverständlich auch die Financial Times.

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Tageszeitungen im Bristol Café

Wer sich ungestört zu einem Meeting zurückziehen will oder mehr benötigt, als Highspeed-Wlan im gesamten Haus, dem stehen gleich neben dem Café zwei Business-Center und ein Boardroom mit Konferenztisch, PCs, Druckern und weiterer Technik zur Verfügung. MICE-Organisatoren werden am anderen Ende der Lobby glücklich: Die Konferenzebene in der Etage über den Hotel-Restaurants bietet 10 flexible Tagungs- und Veranstaltungsräume in unterschiedlichen Größen, darunter der mit Kronleuchtern und Spiegel-Türen ausgestattete, eindrucksvolle Schloss-Saal, der bis zu 500 Gästen Platz bietet.

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Der Schloss Saal

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Spiegeltüren im Schloss Saal

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Im Schloss Saal

Zimmer

Als Geschäftsreisender fühlte ich mich im Hotel Bristol Berlin gut aufgehoben – ganz besonders im „Turm“, einem Anbau im hinteren, ruhigen Gebäudetrakt, mit renovierten Zimmern und Suiten, die alles bieten, was Business-Travellern wichtig ist: In meiner Executive Suite mit getrenntem Schlaf- und Wohnbereich konnte ich die Klimaanlage in beiden Räumen separat einstellen oder auch ausschalten. Als Frischluftfanatiker habe ich es sehr geschätzt, die Fenster nicht nur einen kleinen Spalt, sondern komplett öffnen zu können.

Der Schreibtisch am Fenster war groß und tief genug, um sich mit Laptop, Telefon und einer Tasse Kaffee ausbreiten zu können. Steckdosen gab es in ausreichender Anzahl, sowohl am Schreibtisch, als auch beiderseits des Betts. Viel natürliches Licht am Tag und eine angenehme Beleuchtung aus mehreren geschmackvollen Stehlampen verliehen dem Wohnbereich eine heimelige Atmosphäre. Schiebetüren verdecken bei Bedarf den Blick vom Wohnbereich ins Schlafzimmer. Der Turndown-Service am Abend war akkurat, Bettzeug und Kissen wurden frisch aufgeschüttelt und die lichtundurchlässigen Vorhänge zugezogen, um mir einen ungestörten Schlaf zu gönnen.

Hotel Bristol Berlin

Hotel Bristol Berlin

Weibliche Gäste werden den ausreichend großen, in alle Richtungen schwenkbaren und beleuchteten Schminkspiegel im Bad zu schätzen wissen, das neben einer sehr geräumigen Regendusche auch eine Badewanne bietet. Ich persönlich habe mich über die prompte Erfüllung meines Wunsches nach Bügel-Brett und -Eisen im Zimmer gefreut. Natürlich bietet das Hotel auch einen Bügel-Service. Ich mag aber nicht so gern auf ein frisch gebügeltes Hemd warten, sondern erledige diese Kleinigkeit lieber selbst. Nach meinem Anruf an der Rezeption hat es kaum mehr als fünf Minuten gedauert, bis mir eine freundliche Dame vom Housekeeping die Bügelutensilien ins Zimmer brachte. Selbstverständlich war der Wassertank des Bügeleisens bereits gefüllt. Vielen Dank!

Hotel Bristol Berlin

Eine frische Rose schmückt das Waschbecken

Geschichte

Der Blick aus den Fenstern meiner Suite in der 7. Etage fiel auf ein gut bewachtes Gebäude auf der anderen Straßenseite: Gleich gegenüber befindet sich das Jüdische Gemeindehaus. Hier stand einst die große Synagoge Fasanenstraße, die 1938 von den Nationalsozialisten niedergebrannt wurde. Nur noch Teile des Portals und der Kuppeln sind erhalten und geben Zeugnis vom jüdischen Leben in Berlin, das wiederum mit dem Hotel Bristol Berlin zu tun hat.

Auch das Hotel Bristol Berlin hat eine Geschichte, die nicht in Vergessenheit geraten darf. Das macht dieses Haus so einzigartig im Umfeld der vielen anderen Hotels, die oft moderner ausgestattet und eingerichtet sind, weil sie erst in den letzten Jahren in Ku’damm-Nähe eröffnet wurden. Schöne Häuser, denen aber im Gegensatz zum Bristol Berlin dieser „Atem der Geschichte“ fehlt.

Draußen vor dem Haupteingang, links an der Hauswand neben den Stufen, die zur Drehtür führen, hängt ein beachtenswertes Schild, das von einem Teil der Geschichte des Hauses erzählt. Dort ist zu lesen:

Hier stand seit 1928 ein Kempinski Restaurant. Es war ein weltweit bekanntes Symbol Berliner Gastlichkeit.

Weil die Besitzer Juden waren, wurde diese berühmte Gaststätte 1937 „arisiert“, unter Zwang verkauft. Angehörige der Kempinski-Familie wurden umgebracht, andere konnten fliehen.

Das 1952 eröffnete Bristol Hotel Kempinski möchte, daß das Schicksal der Gründerfamilie nicht vergessen wird.“

 

Hotel Bristol Berlin

Zur Geschichte des Hauses gehören aber auch gute Zeiten, sehr gute sogar, bis heute! Es war die Zeit des deutschen Wirtschaftswunders der 50er Jahre, als dieses Hotel entstand. Deutschland machte sich hübsch, die Menschen sehnten sich nach Wohlstand und Glamour und dafür stand in Berlin dieses Haus am Ku’damm. Promis gingen und gehen hier ein und aus, nicht nur zur Berliner Filmfestspielzeit: John F. Kennedy, Sophia Loren, Curd Jürgens, S.H. der Dalai Lama, Henry Kissinger, Harald Juhnke, Romy Schneider, Clint Eastwood, Michael Douglas, Ben Kingsley, die Rolling Stones, Kylie Minogue, und, und, und. Die Liste der Schönen, Reichen und Berühmten scheint unendlich lang. Sie alle waren hier oder kommen noch heute. In dieses Hotel, das nicht nur mit Geschichte und Prominenz besticht, sondern auch mit seiner Lage:

Lage, Lage, Lage

Ich habe mich mal auf den Weg aus dem Hotel gemacht und bin 10 Minuten nach rechts den Kurfürstendamm hinauf bis zur Leibnitzstraße gegangen und auf der gegenüberliegenden Seite wieder zurück zum Hotel. Ich war erstaunt, welch Prachtboulevard der Ku’damm heute wieder ist – nachdem er in der Post-Wende-Zeit etwas heruntergekommen war. Nach der Wende konzentrierte sich zunächst alles in Berlin auf die „neue alte Mitte“ im Osten der Stadt: Auf das Gebiet zwischen Brandenburger Tor und Alexanderplatz. Das Herz von West-Berlin, der Kurfürstendamm und seine Nachbarschaft, begann langsamer zu schlagen. Investiert wurde nun nicht mehr hier, sondern vorrangig in „Mitte“. Auch im ehemaligen „Kempi“ am Ku’damm wurde deshalb lange Zeit nicht oder nur wenig renoviert. Das soll sich nun ändern; zum Glück!

Hotel Bristol Berlin

Blick vom Ku’damm: Die roten Markisen gehören zum Restaurant Reinhard’s

Heute blüht das Leben wieder entlang des Ku’damms. Die Menschen schlendern über den Boulevard und genießen in den Straßencafés und vor den Restaurants das Sehen-und-gesehen-werden – so, wie auch an den Tischen vor dem Reinhard’s, dem größten Restaurant des Hotels Bristol Berlin. Die berühmten Ku’damm-Vitrinen sind geputzt und intakt, die üppig bestückten Schaufenster der Edel-Boutiquen, Modeschöpfer und Juweliere strahlen um die Wette. Die Liste der Namen scheint ähnlich lang, wie die der Promis im Hotel: Saint Laurent, Robbe Berking, Chopard, Giorgio Armani, Dior, Valentino, Hermes, Jil Sander, Louis Vuitton, Prada, Dolce & Gabbana, Chanel, Cartier, Gucci, Versace…

Auch diese Liste ist nicht vollständig, es sind nur die für mich einprägsamsten Namen. Schräg gegenüber auf der anderen Straßenseite des Ku’damm finden sich noch das Cinema Paris, das besonders sehenswerte Museum „The Story of Berlin“ (ich meine, es ist das beste Museum über die Geschichte Berlins, das die Hauptstadt zu bieten hat. Unbedingt besuchen!), das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm, wo zum Zeitpunkt meines Besuchs Peter Lohmeyer in „Der Entertainer“ und  Dominic Raacke in „Die Niere“ auftrat, der mir abends prompt in einer der Kneipen rund um den lebhaften Savignyplatz hinter dem Hotel über den Weg lief.

Hotel Bristol Berlin

Die Lage des Hotel Bristol Berlin ist optimal: Bushaltestelle und U-Bahn-Station („Uhlendstrasse„) sind vor der Tür, ein großer Apple Store, ein Tesla-Showroom, die Fotogalerie C/O, die Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche, der Berliner Zoo und das KaDeWe sind gleich um die Ecke und fußläufig zu erreichen. Zur Messe am Funkturm sind es mit der U-Bahn nur 18 Minuten, zum Bundestag dauert es kaum länger. Das schätzen sowohl Geschäftsreisende, als auch Touristen. Zentraler geht es kaum. Hier im Hotel Bristol Berlin am Kurfürstendamm ist man gold-richtig.

©Peter von Stamm – Text und Fotos sind urheberrechtlich geschützt. Abdruck und Nutzung nur nach Honorarabsprache.

Kontakt zum Hotel:
Hotel Bristol Berlin
Kurfürstendamm 27
10719 Berlin
Telefon: 030 884340

Hotel-Daten:

Zimmer & Suiten

  • 84 Economy Zimmer (20m²)
  • 120 Premium Zimmer (30m²)
  • 42 Executive Zimmer (30m²)
  • 20 Junior Suiten (45m²)
  • 7 Premium Suiten (60m²)
  • 22 Executive Suiten (45m²)
  • 3 Balkon Suiten (69m²)
  • 1 Kudamm Suite (80m²)
  • 1 Berlin Suite (110m²)
  • 1 Präsidenten Suite (200m²)

Business Services

  • 10 flexible Meetingräume mit Platz bis zu 500 Personen
  • Individuell nutzbare Klimaanlage und Heizung
  • Kostenloses Highspeed- und Premium W-LAN (zusätzliche Gebühr)
  • 2 Business Center und 1 Boardroom
  • Persönlicher und individueller Konferenz-Concierge
  • 175 Parkplätze in der Tiefgarage

Restaurants & Bars

  • Bristol Grill (35 Plätze)
  • Bristol Bar (61 Plätze)
  • Bristol Café (67 Plätze)
  • Reinhard’s am Kurfürstendamm (250 Plätze im Innen- und 200 Plätze im Außenbereich)

 

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Peter von Stamm TravelBLOG