Volvo V60 in den Alpen

Fahrspass pur: Mit dem Volvo V60 zum Großglockner

Volvo war so freundlich, mir ein Fahrzeug für meine Reise nach Österreich zu Verfügung zu stellen. Ich plane, in naher Zukunft ein neues Auto zu kaufen und möchte es vorher ausgiebig testen. Der „Neue“ soll sowohl im täglichen Stadtverkehr, als auch auf der Langstrecke überzeugen. Er muß genügend Platz fürs Urlaubsgepäck mitbringen und vor allem sicher sein. Meine Fahrt von Hamburg nach Heiligenblut am Großglockner in Kärnten ist ideal: Von Stadtverkehr, Landstraße und Autobahn bis zu kurven- und steigungsreichen Alpenpässen hat die Strecke alles zu bieten, was man für einen alltagstauglichen Test benötigt. Und so sitze ich in einem schicken Volvo V60 D2, einem 120 PS starken Mittelklasse-Sportkombi mit Vierzylinder-Turbodieselmotor und 6-Gang-Schaltgetriebe, Modelljahr 2016, gebaut im schwedischen Volvo Werk Torslanda. Wegen seiner Farbe nenne ich ihn den „roten Blitz“. Ich drücke auf den Startknopf. Großglockner, ich komme!


Volvo V60 D2

Mein erster Eindruck: Ganz schön komfortabel!

Trotz meiner 193 cm „Länge“ habe ich reichlich Platz. Das Innendesign wirkt hochwertig, der Sitzkomfort ist tadellos, das Raumgefühl gut. Das Lenkrad ist beheizbar und kann bequem in Höhe und Länge verstellt werden, der Startknopf ist einfach zu erreichen, der ledernen Fahrersitz läßt sich elektrisch einstellen und bietet einen Memory-Speicher für bis zu drei Fahrer. Um mehr Sicht nach hinten zu haben, können die Kopfstützen der Rückbank bequem vom Fahrersitz aus per Knopfdruck heruntergeklappt werden. Wer mehr „Durchblick“ beim Rückwärtsfahren benötigt, kann die Rückfahrkamera nutzen. Und wem, so wie mir, Sicherheit besonders wichtig ist, der darf sich auch über den „Cross Traffic Alert“ freuen, ein System, das beim Rückwärts-Ausparken vor Querverkehr oder Fußgängern warnt.

Mein zweiter Eindruck: Viele Knöpfe, viel Technik und ganz viel Sicherheit

In die Schaltervielfalt der Mittelkonsole habe ich mich schnell eingearbeitet. Mit den meisten Bedienelementen komme ich intuitiv zurecht: Infotainment mit Internet- und Digitalradio DAB+, Geschwindigkeits- und Abstandsregler und andere Funktionen lassen sich recht einfach auch vom Lenkrad aus per Daumenrad bedienen, die 3D-Navigation und das Telefon sogar per Sprachsteuerung. So ist sicheres Fahren gewährleistet, weil die Hände fast immer am Lenkrad bleiben können.

Volvo V60 D2
Volvo V60 D2

Die Fahrt über die Autobahn ist angenehm. Der Volvo liegt butterweich auf der Fahrbahn, die Bremsen reagieren straff und zuverlässig. Die eingebaute Verkehrszeichen-Erkennung scannt alle Verkehrsschilder am Straßenrand und weist mich im Display der Instrumententafel darauf hin, welches Tempolimit gerade gilt. Das Blind Spot Information System (BLIS) zeigt mir mit orangefarbenen LED-Warnlampen in den A-Säulen an, ob sich ein Fahrzeug im Toten Winkel befindet. BLIS arbeitet mit Radarsensoren in der hinteren Stoßstange, die während der Fahrt den Bereich hinter und neben dem Fahrzeug permanent abscannen und auch sich schnell annähernde Fahrzeuge hinter dem Heck wahrnehmen. Sobald das Radar ein Fahrzeug im kritischen Bereich erfasst, leuchten die Warnlampen auf. Betätigt der Fahrer trotz der ersten Warnstufe den Blinker, warnt ein schnell hintereinander folgendes Aufblinken der LED-Leuchten vor einem riskanten Spurwechselmanöver.

Volvo V60 D2

Auf den automatischen Geschwindigkeits- und Abstandsregler verzichte ich, habe aber den Distanzwarner eingeschaltet und bemerke immer dann, wenn ich einem vorausfahrenden Wagen zu nahe komme, ein rotes Warnlicht, das vor mir ins Head-up-Display der Windschutzscheibe projiziert wird. Fahre ich zu dicht auf, wird das Warnlicht stufenweise intensiver und in Gefahrensituationen von einem Signalton begleitet. Sollte ich abgelenkt oder unkonzentriert sein und nicht reagieren, leitet der Bremsassistent automatisch eine Vollbremsung ein. Das ist mir während der Fahrt zum Glück nicht passiert. Was ich aber erlebt habe, sind die Reaktionen von Spurhalte-Assistent und „Driver Alert System“:

Der Spurhalte-Assistent unterstützt den Fahrer, in der vorgesehenen Fahrspur zu bleiben. Dabei kontrolliert eine Frontkamera permanent die Fahrbahnmarkierung links und rechts sowie die momentane Fahrweise. Deutet sich ein unfreiwilliger Fahrbahnwechsel an, greift die Volvo Technik unterstützend ein. Zuerst verstärkt der Spurhalte-Assistent das Einschlagen des Lenkrades. Ich spürte ein aktives „Gegenlenken“ des Fahrzeugs, um in der Spur zu bleiben. Wenn das nicht ausreichte, fing das Lenkrad an zu vibrieren, um mich für die Fahrsituation zusätzlich zu sensibilisieren.

Volvo V60 D2
Volvo V60 D2

Vom „Driver Alert“ wurde ich einmal aufgeschreckt – und war froh darüber. Dieses System warnt den Fahrer bei Übermüdung und unkonzentrierter Fahrweise. Sensoren im Frontgrill und eine Kamera auf Rückspiegelhöhe überwachen die Bewegungsmuster des Fahrzeugs und registrieren, ob diese kontrolliert ablaufen oder nicht. Darüber hinaus misst das Assistenzsystem den aktuellen Konzentrationsgrad des Fahrers. Fällt dieser unter ein bestimmtes Level, empfiehlt das System eine Erholungspause. Nach vier Stunden auf der Autobahn hatte ich eine Pause nötig. Erst machte sich das System mit einem Warnton bemerkbar, dann mit einem aufleuchtenden Kaffeetassensymbol im Display und der Textmeldung „Pause machen“. War gut so.

Volvo V60 D2

Volvo Sicherheitsfeatures

Sicherheit wurde bei Volvo schon immer groß geschrieben, und so ist es auch beim V60. Was sich die Techniker da ausgedacht haben, hat es in sich und beschränkt sich nicht nur auf die Sicherheit bei schnelle Fahrten auf der Autobahn.

Ein Notbremsassistent mit automatischer Fußgänger- und Fahrradfahrer-Erkennung hilft Unfälle im Stadtverkehr zu vermeiden. Das radar- und kameragestützte City Safety System ist bei Geschwindigkeiten bis 50 km/h aktiv und kann Fußgänger, die vor dem Fahrzeug die Straße betreten, ebenso erkennen wie Radfahrer, die in der Fahrspur pendeln oder plötzlich ausscheren. Und das geht so:

Die im Frontgrill integrierte Radareinheit erkennt Objekte vor dem Fahrzeug und mißt den Abstand zu ihnen. Die neben dem Rückspiegel angebrachte Kamera definiert die Art der Objekte – zum Beispiel ob es sich um einen Fußgänger oder Radfahrer handelt. Auf gleicher Höhe befindet sich ein optischer Laser, der auf Fahrzeuge in einem Abstand von bis zu acht Metern reagiert. Das System ist so programmiert, dass es auch stillstehende Fahrzeuge wahrnimmt und solche, die sich in gleicher Fahrtrichtung bewegen. Die zentrale Steuereinheit errechnet aus den von Radar und Kamera übermittelten Daten kontinuierlich die Bewegungsmuster und überwacht die Verkehrssituation vor dem Auto. Erkennen sowohl Radar als auch Kamera ein Objekt vor dem Fahrzeug, wird das automatische Notbremssystem aktiviert: Fünfzigmal pro Sekunde errechnet das System die eventuell erforderliche Bremskraft, die zur Verhinderung eines Auffahrunfalls erforderlich wäre. Wird’s gefährlich und der Fahrer reagiert nicht, steigt der V60 selbständig „in die Eisen“.

Volvo V60 D2

Fahrspaß pur und Technik, Technik, Technik

Was mir auf der Autobahn geholfen hat, macht auch auf der legendären Großglockner Hochalpenstraße Sinn. Ab hier, in den Bergen des Nationalparks Hohe Tauern, macht das Fahren mit dem Volvo V60 richtig Spaß. Soviele Kurven und Kehren, soviele Steigungen. Vom 1300 Meter hoch gelegenen Ort Heiligenblut geht es zunächst über Kasereck und Schöneck zur Kaiser-Franz-Josefs-Höhe in 2.369 Metern Höhe, wo sich ein spektakulärer Blick auf Österreichs höchsten Berg, den Großglockner (3.798m) bietet. Danach fahre ich Richtung Salzburg nach Ferleiten und passiere das Hochtor (2.504m) und die Edelweissspitze in 2.571 Metern Höhe. Und dazwischen: Serpentinen, Kehren, Kurven und Parkplätze mit grandioser Aussicht auf die Bergwelt. Das ist Fahrspaß pur!

Volvo V60 D2

Man muß aber ein wenig aufpassen hier oben auf Österreichs berühmtester Alpenstraße, deren 80jähriges Jubiläum gerade erst gefeiert wurde. 900.000 Menschen befahren die Panoramastraße jedes Jahr, darunter auch viele Motorräder und sportliche Radfahrer, die gerne mal etwas eigenwillig die Pässe hintersausen. Den Totwinkel-Assistenten (BLIS) wollte ich nicht missen, weil allzu häufig Motorradfahrer ganz unverhofft zu recht riskanten Überholmanövern ansetzten. Und das City Safety System half auch bei langsamen Bergpassagen an extremen Steigungen, wenn erschöpfte Radfahrer unerwartet vor dem Volvo ausscherten oder ins Schlingern gerieten.

Volvo V60 D2

Das gut abgestimmte Fahrwerk mit adaptiver Dämpferkontrolle und die straffere Federung im Sport-Modus (der Fahrer kann aus drei Fahrwerksmodi wählen) lassen den Volvo auch in engen Kurven bei sportlichem Tempo gut auf der Straße liegen. Dafür sorgen zahlreiche Sensoren der Fahrwerksregelung, die den Fahrzustand permanent überwachen und die Abstimmung der Stoßdämpfer in Sekundenbruchteilen der aktuellen Situation und Geschwindigkeit anpassen. Registriert werden die Längs- und Querbeschleunigung, die vertikale Position der Räder, die Geschwindigkeit, Lenkradbewegungen, Bremsen und das aktuelle Drehmoment. Je höher Geschwindigkeit und Beschleunigung, desto straffer die Abstimmung. Nick-, Tauch- und Rollneigungen des Fahrzeugs bei starker Beschleunigung, scharfem Abbremsen oder plötzlichen Lenkbewegungen werden reduziert. Das Fahrverhalten wird präziser und bietet zugleich mehr Fahrspaß.

Volvo V60 D2
Volvo V60 D2

Fazit

Der Volvo V60 D2 ist ein Auto, das Spaß macht. Die dynamische Keilform und die coupéartige Dachlinie verleihen dem Fünftürer einen sportlichen Charakter. Mich hat die Form des V60 beim ersten Anblick an einen großen Hai erinnert. Im Innenraum ist reichlich Platz für vier Personen und es gibt genügend Ablagen und Staufächer. Bordsystem, Infotainment und Technik sind auf dem neuesten Stand und lassen sich meistens intuitiv und einfach bedienen. Neben den oben beschrieben Sicherheitsfeatures gibt es eine Reifendruckanzeige und serienmäßig Front-, Seiten- und Kopfairbags, sowie einen Knieairbag für den Fahrer. Die Schaltwege des knackigen Sechsgang-Getriebes sind sportlich kurz und ein Bremsassistent hilft auch weniger geübten Fahrern in Notsituationen das volle Bremspotenzial zu nutzen. Die Fahrstabilität ist ausgezeichnet. Auch in beladenem Zustand, wie auf meiner dreiwöchigen Reise von Hamburg nach Österreich, bleibt der Volvo stets kontrollierbar. So, wie der Verbrauch: 3500 Kilometer bin ich gefahren, davon mehr als 2000 auf der Autobahn, mit voller Beladung und Geschwindigkeiten bis 190 km/h. Dazu viele Alpenpassfahrten in 1500 bis 2500 Metern Höhe. Durchschnittsverbrauch während der gesamten Zeit: 5,9 Liter. Das geht in Ordnung. Mich hat der V60 überzeugt: Im Stadtverkehr, auf der Autobahn und in den Bergen.


Volvo V60 D2

Kia Sorento am Brandenburger Tor in BerlinUnd jetzt:
Mit dem Kia Sorento durch Berlin

Fotos: ©Peter von Stamm (13), Volvo (2)