Kempinski Hotel Berchtesgaden Chef Werner Müller fragt mich zum Abschied, was mir an seinem Haus gefallen habe. Nun, da gibt es viel aufzuzählen: Die Ausstattung, der Service, die Lage. Der Pool, der Blick von der Restaurantterrasse, das Personal. Drei Nächte war ich hier oben auf dem Obersalzberg, in dieser Stille, inmitten der Natur, umgeben von den Gipfeln der Bayerischen Alpen. Und ich muß sagen: Dies ist eines der besten Hotels, das ich besucht habe. Aber von vorne:

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Das Kempinski Hotel Berchtesgaden auf dem ObersalzbergKempinski Hotel Berchtesgaden

Das Kempinksi Hotel Berchtesgaden ist einfacher zu erreichen, als man denkt. Ein kurzer Ein-Stunden-Flug bringt mich von Hamburg nach Salzburg. Es folgt eine 30-Minuten-Fahrt mit dem Taxi: vom Salzburger Land geht es über die Landesgrenze nach Bayern, danach schraubt sich der Weg stetig steil hinauf bis auf den Obersalzberg in 1000 Metern Höhe. Umgeben von Wäldern, sattem Wiesengrün und Bergen thront das Hotel mehr als 400 Meter über dem Ort, der dem Hotel seinen Namen gab. Es ist still. Ein paar Vögel sind zu hören, hier und da auch das entfernte Bimmeln von Kuhglocken. Vor zwei Stunden war ich noch in der hektischen Großstadt Hamburg, jetzt stehe ich hier oben in der Natur, genieße die Ruhe, die frische Höhenluft, den weiten Blick auf die umliegenden Gipfel.

Kempinski Hotel Berchtesgaden

Am Eingang begrüßt mich Herr Hildebrandt, der Portier, den hier alle nur nach seinem Vornamen Helmut nennen. Helmut ist eine der „Seelen des Hauses“, und ich bin froh, ihn wiederzusehen. Er war von Anfang an dabei, als dieses Luxus-Hotel im März 2005 als InterContinental Berchtesgaden Resort eröffnete. Im April 2015 wechselte das Haus den Betreiber. Aus dem „InterConti“ wurde das Kempinski Hotel Berchtesgaden. Drei Wochen war das Hotel geschlossen. Es wurde renoviert, umgebaut und schon am 1. Mai wiedereröffnet.

Kempinski Hotel Berchtesgaden
Das Kempinski Hotel Berchtesgaden auf dem Obersalzberg

Alles neu macht der Mai
Wer Angst hatte, daß Kempinski nach der Übernahme des Hotels alles auf den Kopf stellen würde, darf beruhigt sein. Der einmalig gelegene Außen-Pool mit Bergblick ist ebenso erhalten geblieben, wie die legendäre und bestens ausgestattete Bar neben dem auch im Sommer lodernden offenen Kamin in der Empfangshalle. Manches wurde verändert, aber alles sehr behutsam und durchdacht. Vieles ist sogar besser geworden.

Kempinski Hotel Berchtesgaden

Kempinski Hotel Berchtesgaden

Und was hat sich geändert? Nun, als erstes fiel mir auf: Das Personal hat die steifen Anzüge und Kostüme gegen heimatlich-bajuwarische Trachtenmoden und graue oder rote Lodendirndl getauscht. Das entspricht dem neuen Konzept des 5-Sterne-Superior-Hauses: Mehr Lokalkolorit. Das Kempinski Hotel Berchtesgaden möchte nicht austauschbar sein. Man soll ruhig erkennen, wo man ist: Im Berchtesgadener Land, in Bayern, in den Alpen, in der Natur. Dennoch soll niemand modernstes Design und anspruchsvollen Luxus missen. Business-Traveller mit höchsten Ansprüchen an Ausstattung und Service dürfen sich in den 138 Zimmern und Suiten genauso wohlfühlen, wie Urlauber, die wandern oder mountainbiken wollen oder Wochenendgäste, denen einfach nur der Sinn nach Ruhe, Erholung, Wellness und gutem Essen steht. Wer Lebensqualität schätzt und besten Service liebt, ist hier genau richtig.

Kempinski Hotel BerchtesgadenDie Lobby spiegelt auf dem blanken Flügeldeckel neben der Bar
Kempinski Hotel Berchtesgaden

In der zweieinhalb Etagen hohen und von imposanten Wänden aus Naturstein und viel Holz dominierten Lobby erklärt Portier Helmut, was sich noch alles geändert hat seit der Übername durch die Kempinski Gruppe. In den Restaurants und Bars des Hauses setzt man jetzt gezielt auf die Verwendung regionaler Produkte. Endlich! Auch im ehemaligen Hotel-Restaurant „360 Grad“, das jetzt „Johann Grill“ heißt und nach dem Erstbesteiger der Watzmann-Ostwand benannt ist.

Sonnenuntergang beim Abendessen auf der Panoramaterrasse

Kempinski Hotel Berchtesgaden

Vor der Neueröffnung mußte das food and beverage Team seine Waren für die drei Hotel-Restaurants über den Zentraleinkauf in Chemnitz beziehen. Ein Unding, und eine der ersten lobenswerten Maßnahmen, die Hotelchef Müller in Angriff nahm: Das Bier kommt nun vom Hofbräuhaus Berchtesgaden unten im Ort, das Mineralwasser aus dem nahen Bad Reichenhall und die Forellen liefert ein familiegeführter Zuchtbetrieb aus dem nur 10 Minuten entfernten Stanggass. Das Brot bäckt ein Berchtesgadener Bäcker, das Fleisch kommt vom heimischen Metzger, die Kräuter aus dem Hotel-eigenen Garten und der leckere naturbelassene Wabenhonig, den der Gast am Frühstücksbuffet direkt aus der Wabe löffeln kann (!) wird von einem lokalen Imker geliefert. Eine Köstlichkeit, die man sich nicht entgehen lassen sollte!

Kempinski Hotel Berchtesgaden

Weitere Veränderungen: In der Mitte der Lobby wurde eine der pompösen Design-Hängelampen durch einen Leuchter aus Hirschgeweih ersetzt und der Fußboden mit 500 Quadratmetern Eichenholz ausgelegt. Und zur Linken, dort, wo einst ein Tisch als Empfang diente, erwartet den Besucher jetzt ein langgestreckter Rezeptionstresen, an dem der Gast von freundlichen Empfangsdamen im Dirndl begrüßt wird.

An der Rezeption trägt man jetzt Dirndl

Kempinski Hotel BerchtesgadenBlick vom neuen Leuchter aus Hirschgeweih auf die Kaminbar
Kempinski Hotel Berchtesgaden
Eine dieser Damen ist Frau Kushlyk, die ich noch aus InterConti-Zeiten angenehm in Erinnerung habe. Die sympathische junge Frau kennt sich in der näheren Umgebung aus, wie kaum eine Zweite. Sie weiß nicht nur, wann der nächste Bus zum 1834 Meter hoch gelegnen Kehlsteinhaus fährt, sondern auch wie lange man von der Wallfahrtskirche in Maria Gern zum Berggasthof auf dem 1189 Meter hohen Kneifelspitz wandert. Und was man von dort oben alles zu sehen bekommt: Den Watzmann und das Steinerne Meer zum Beispiel. Den Hohen Göll, das Hohe Brett, den Schneibstein und den Jenner. Natürlich auch Berchtesgaden, den Kehlstein und das Kempinski Hotel selbst. Solomiia Kushlyk würde sicherlich auch als Wanderführerin eine gute Figur machen: Kaum eine Höhe, die sie nicht selbst erwandert und kaum eine Höhle, die sie nicht persönlich erkundet hat. Vorbildlich!

Der neue Leuchter und Frau Kushlyk im neuen Outfit

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Schön, daß Frau Kushlyk und Herr Hildebrandt noch im Hause sind. Denn bei all dem Luxus und Komfort, den man im Hotel genießen kann, gibt es doch auch Gäste, die die nähere Umgebung erkunden wollen. Urlauber, die eine Bootsfahrt auf dem Königssee planen, einen Ausflug nach Salzburg machen oder – präpariert mit einer Brotzeitbox aus der Hotelküche – eine ganztägige Wanderung in die Berge unternehmen wollen. Gäste, die sich auch für die Vergangenheit des Obersalzbergs interessieren und wissen wollen, wo unterhalb des Hotels Hitlers Berghof stand, was genau während der dunklen Jahre der Nazi-Zeit hier oben auf dem Eckerbichl genannten Plateau war, auf dem heute das Hotel steht. Vor allem der sachkundige Herr Hildebrandt kann interessierten Gästen Auskunft geben, bis wann die US Armee diese Anhöhe über Berchtesgaden für sich beanspruchte, weshalb noch heute neben dem Hotel eine Gedenktafel der Amerikaner steht, wem das Hotel gehört (dem Freistaat Bayern), oder warum ein malerischer Ausflugsweg nach Carl von Linde benannt ist. Mitarbeiter wie „Ausflugsexpertin“ Frau Kushlyk oder Portier Helmut Hildebrandt, dem „Ansprechpartner für die Geschichte des Obersalzbergs“, sind in einem Hotel wie diesem Gold wert.

Kempinski Hotel Berchtesgaden
Kempinski Hotel Berchtesgaden

Es gibt soviel zu erkunden, zu sehen, zu erleben, ringsum das Hotel. Golf spielen auf einem der höchstgelegenen Golfplätze Deutschlands, zum Beispiel. Rafting und Fischen. Skifahren unterhalb oder Paragliden oberhalb des Hotels. Man kann. Man muß aber nicht. Ich kann auch jene Gäste sehr gut verstehen, die das Hotel und seinen Garten während des Aufenthalts kaum verlassen. Die morgens, so wie ich, nur schwer aus dem gemütlichen Bett kommen, auch wenn draußen, unterhalb des Hotels, die Kühe neben dem Golfplatz den blökenden Weckdienst geben. Verständlich, wenn man sich im mehr als luxuriösen Kempinski-Spa verwöhnen oder den halben Tag lang mit einem guten Buch an den Pool mit Blick auf die Berge zurückziehen will. Wenn man einfach nur abschalten, die Seele baumeln lassen, die Ruhe genießen, dem Vogelgezwitscher lauschen und den Blick schweifen lassen möchte. So, wie das ältere Ehepaar aus Salzburg – sie Mitte 70, er Anfang 80 – das regelmäßig mit der Tochter zum Kaffeetrinken vorbeischaut, hier oben, im Kempinski, „wegen des herrlichen Bergblicks“. Den man auch beim Abendessen genießen kann.

Kempinski Hotel Berchtesgaden
Kempinski Hotel Berchtesgaden

„Genuß“ ist das passende Wort, um meinen Aufenthalt im Kempinski Hotel Berchtesgaden zu beschreiben. Und so stehe ich da, beim Abschied, mit Hotelchef Werner Müller und seiner bezaubernden Front Office Managerin Silvia Rajnak, die heute wieder ihre schickes rotes Dirndl trägt, und die mich fragen, was mir gefallen hat am neuen Kempinski Hotel Berchtesgaden. Zu sagen, es hätte mir gefallen, wäre untertrieben. Ich habe es genossen: Das Frühstück mit Wabenhonig und Alpenpanorama. Den Kaffee auf der Sonnenterrasse. Den grandiosen Ausblick aus meinem Deluxe Bergblick Zimmer. Die Sprudeldüsen im beheizten Außenpool. Den hervorragenden 5-Sterne-Service auch beim Abendessen auf der Terrasse des „Johann Grill“. Den Gute-Nacht-Drink spät abends am knisternden Kamin. Die Herzlichkeit des Personals. Vielleicht war das sogar das Wichtigste. Ja, ich habe es genossen. Und ich komme gerne wieder. Versprochen! Ist ja nicht weit…

Kempinski Hotel Berchtesgaden
Kempinski Hotel Berchtesgaden

Text und Fotos: © Peter von Stamm

Booking Kempinski Berchtesgaden
Kontakt zum Hotel:
Kempinski Hotel Berchtesgaden
Hintereck 1, 83471 Berchtesgaden
Telefon +49 8652 9755 0
info.berchtesgaden@kempinski.com