Musikhotel nhow Berlin

Musikhotel nhow Berlin: I gotta feeling!

In Berlin gibt es ein Hotel, das Musiker und Design-Fans gleichermaßen glücklich macht: Das nhow Berlin ist Deutschlands bekanntestes Musikhotel. Es ist bunt und stylisch, verfügt über ein eigenes Tonstudio, bietet seinen Gästen einen „Gitarren-Room-Service“ und liegt direkt an der Spree – an einem geschichtsträchtigen Ort, der für ein Hotel früher undenkbar gewesen wäre.

Musikhotel nhow Berlin

Lobby-Lounge mit Musik-Bühne

nhow Berlin: Das Musikhotel

Wer das Hotel im Berliner Stadtteil Friedrichshain betritt, wird von poppigen Farben, frischer Lounge-Musik, runden Formen, und locker-flockig-freundlichem Personal begrüßt. Was mir zuerst auffällt: Die geschwungenen Formen, die an den Korpus von Gitarren erinnern, finden sich überall im Hotel wieder: An der Decke über der Lounge neben der Bar, am Empfang in der Lobby, im Restaurant und in den Zimmern. Die modern-leichte Handschrift von Star-Innendesigner Karim Rashid, der auch schon der Bar im Schwesterhotel nhow Milano seinen Stempel aufgedrückt hat, ist unverkennbar: Beschwingte Linien, leuchtende Farben, ausgefallene Muster. Music is Style is Music, könnte man meinen. Alles paßt wunderbar zusammen, ohne überladen zu wirken.

Musikhotel nhow Berlin

Und etwas für Hotels recht Unübliches fällt auf: In der großen Lounge mit den lustigen, wolkenförmigen Sitzmöbeln und der bonbon-farbenen Deckenverkleidung gibt es eine Bühne mit Band-Equipment zum Anfassen. Tagsüber kann man hier als Rockstar für ein Erinnerungsfoto an der E-Gitarre oder am Schlagzeug „posen“. Jeden ersten Samstag im Monat wird abends zur „nhow Music Night“ auf der Bühne live gespielt – bei freiem Eintritt, nicht nur für Hotel-Gäste! Unter der Woche bedienen DJs die Turntables. Selbst zum Frühstück wird den Gästen so der Tag musikalisch versüßt.

Musikhotel nhow Berlin

Musikhotel nhow Berlin: „I gotta feeling“

Wer Lust verspürt, selbst in die Saiten zu greifen, kann sich vom Concierge (ja, es gibt in diesem recht jung wirkenden, poppigen Hotel einen Concierge!) eine E-Gitarre mit Verstärker aufs Zimmer bringen lassen. Wer sich gar zu Höherem berufen fühlt, darf sich im hoteleigenen Tonstudio einmieten und ein paar Songs einspielen. Ich selbst hatte die phantastische Gelegenheit, hier im Hotel ganz professionell einen Song aufzunehmen: „I gotta feeling“! Meine Stimme reicht zwar nicht an die Black Eyed Peas heran, aber so schlecht war ich dann doch nicht. Es hat auf jeden Fall einen Riesen-Spaß gemacht, den ich so schnell nicht vergessen werde.

nhow spricht man „now“ aus, also ohne das „h“
The music is n(h)ow!

Möglich macht den Musik-Spaß ein prominenter Partner aus der Nachbarschaft: Die Universal Music Group hat ihre Deutschland-Zentrale nur zwei Gebäude weiter, direkt neben der Oberbaumbrücke, die zu DDR-Zeiten gesperrt und Teil der Berliner Mauer war. Universal stellt nicht nur das Tonstudio, sondern oft auch die Live-Bands, die hier im Musikhotel optimale Bedingungen für einen Gig finden. Eine interessante Symbiose: Nachwuchsbands können im Hotel Erfahrungen mit Live-Gigs vor Publikum sammeln, die Gäste kommen in den Genuß kostenloser Konzerte und das nhow Berlin macht seinem Titel „Musikhotel“ alle Ehre.

Musikhotel nhow Berlin

Poppig ist auch das Bad

Musikhotel nhow Berlin

…mit großer Badewanne und noch größerem Duschbereich

Bei all dem Spaß darf man aber eines nicht vergessen: Die Geschichte des Orts, an dem das nhow Berlin steht. Hier befand sich einst der „Osthafen“ – lange Zeit Berlins wichtigster Güterumschlagplatz an der Spree, mit großen Lagerhäusern, vielen Arbeitern und Hafenkränen. Dann kam die DDR-Zeit, die Teilung der Stadt und mit ihr 1961 die Mauer. Bis 1989 war die heutige Hotel-Adresse für Normalsterbliche unerreichbar: Die Stralauer Allee in Ost-Berlin war Grenz- und damit Sperrgebiet. Sogenannte „Grenzschützer“ der DDR patrollierten an der Berliner Mauer, die genau dort entlangführte, wo heute die Gäste das Hotel betreten. Hier ein Link zur Karte, auf der man sich einen Überblick verschaffen kann.

Die Stralauer Allee war mal ein Ort zum Fürchten. Der „Hinterlandmauer“ (es gab in der Regel zwei Mauern, die durch den Todesstreifen voneinander getrennt waren: Eine „Innere“, dem eigenen Volk zugewandte, und eine „äußere“ Vorderlandmauer) durfte man sich nur mit Passierschein nähern. Spätestens am U-/S-Bahnhof Warschauer Strasse ganz in der Nähe wurde man kontrolliert. Genau hinter dieser inzwischen abgerissenen ersten, „inneren“ Mauer steht jetzt das nhow Berlin.

Die Mauer im Wasser

Blickt man vom Hotel schräg links auf die Spree, kann man einen seltsam anmutenden Beton-Steg in der Mitte des Wasser erkennen. Dieser 480 Meter lange Steg war die „äußere Berliner Mauer“. Schwer bewacht und errichtet, um Menschen daran zu hindern, über das Wasser in den Westen zu flüchten.

Musikhotel nhow Berlin

Oben rechts das nhow Berlin, hinten links die Oberbaumbrücke, in der Mitte der Beton-Steg, davor das Schiffswrack „Dr. Ingrid Wengler“

Einst hieß es hier „Stehen bleiben!“
Jetzt sagt man „Willkommen im n(h)ow!“

Heute ist all das zum Glück längst Geschichte. Daran erinnern sollte man trotzdem. Die Gegensätze zwischen Damals und Jetzt an der Stralauer Allee können kaum größer sein: Einst die abschreckende Tristesse: Eine 3,60 Meter hohe Betonmauer, die die Menschen trennte und deren bunt bemalte Reste man ein paar Meter weiter neben der Universal Music Zentrale als East Side Gallery besichtigen kann. Heute ein Ort mit Fun-Faktor: Ein buntes, Musik- und Energie-geladenes Hotel, in dem sich Menschen aus aller Welt begegnen. Einst trug man hier Waffen, heute greift man zur Gitarre. Früher hieß es hier „Stehen bleiben!“. Jetzt sagt man „Willkommen im nhow“!

Musikhotel nhow Berlin

Nicht ohne meine Gitarre… 8-)

Wegen der Mauer im Fluß konnte der Osthafen zu DDR-Zeiten kaum noch genutzt werden. Mit der Zeit verfielen die Gebäude, so, wie die DDR selbst. Der Rest ist Geschichte. Nach der Wende kauften findige Investoren Grundstücke und Gebäude auf, modernisierten, sanierten und bauten neu, zum Beispiel das Musikhotel nhow Berlin, dessen architektonisch auffälliger Dachriegel, der sich in 21 Metern Höhe kühn über den Klinkerbau hinaus in Richtung Spree erstreckt, an einen der alten Hafenkräne erinnern soll.

Musikhotel nhow Berlin

Im Sommer hat das nhow Berlin eine der besten Bar-Terrassen an der Spree – der Gebäuderiegel, der sich hoch oben in Richtung Spree erstreckt, erinnert an einen Hafenkran

Inzwischen hat sich ein buntes Sammelsurium aus Firmen und Marken im „Osthafen“ angesiedelt, wo einst das abschreckende Grau der innerdeutsche Grenze herrschte: Neben Universal gehören die Musik-Sender MTV und Viva, Coca Cola, das Porsche Digital Lab und viele Mode-Labels zu den Nachbarn des nhow Berlin. Drüben, auf der anderen Seite der Spree, im ehemaligen Westteil der Stadt, sang man früher „Kreuzberger Nächte sind lang„. Hier, im ehemaligen Osten, in der „Hauptstadt der DDR“, befand sich unweit des nhow Berlin im „Funkhaus Nalepastraße“ der „Rundfunk der DDR“. Von hier aus sendeten nicht nur alle überregionalen Radiosender der DDR. Hier wurde in riesigen Aufnahmesälen und Studios auch Musik aufgenommen und Platten eingespielt.

Kleine Erinnerung an „Kreuzberger Nächte…“ zur Zeit des Kalten Kriegs

East meets West auf Berlinerisch

Hüben und Drüben sind inzwischen Eins. Der „Rundfunk der DDR“ funkt nicht mehr. Der Gebäude-Komplex nennt sich jetzt „Funkhaus Berlin„, kann besichtigt werden und wird ab und an von der Berliner Techno-Szene als Party-Location genutzt.

Der Betonsteg-Mauerstreifen in der Spree steht jetzt unter Denkmalschutz. Die Kreuzberger Nächte sind immer noch lang. In Friedrichshain blüht neben der Off- auch eine lebhafte Design-, Mode-, Club- und Musik-Szene. Über die seit dem Mauerbau gesperrte Oberbaumbrücke fährt heute wieder die U-Bahn. Von meinem Hotel-Zimmer kann ich die gelben Waggons der Linie U1 über die Brücke zuckeln sehen. Friedrichshain im Osten und Kreuzberg im Westen wurden inzwischen zu einem Verwaltungsbezirk zusammengelegt – mit der Oberbaumbrücke im gemeinsamen Wappen. East meets West auf Berlinerisch. Bindeglied ist – auch – die Musik. Ein idealer Ort also für ein Musikhotel.

Hotel-Kontakt:
nhow Berlin
Stralauer Allee 3
10245 Berlin
Tel: 030 – 290 2990

©Text und Foto Peter von Stamm

Das nhow Berlin gehört zum Segment der „Lifestylehotels“ der NH Hotel Group. Neben dem „nhow Berlin“ gibt es bisher noch das nhow Milano (über dieses Haus hatte ich bereits berichtet) und das nhow Rotterdam. Fünf weitere nhow Hotels sind geplant oder werden demnächst eröffnet: In Marseille, Amsterdam, London, Santiago de Chile und Frankfurt. Allen nhow Hotels gleich ist das Konzept: Die Häuser sollen sich durch avantgardistische Designs auszeichnen und bei den Gästen ein „Wow“-Erlebnis auslösen. Um das zu erreichen, werden namhafte Architekten, Designer und Inneneinrichter engagiert. Für das nhow Berlin zeichnet der italienische Star-Designer Karim Rashid verantwortlich.

Mein Aufenthalt wurde von der NH Hotel Group unterstützt. Inhaltliche Vorgaben oder redaktionellen Einfluß gab es nicht.

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nhow hotel planned inside ONE skyscraper Frankfurt

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„Hallo, ich bin ihr Zimmer!“ Die Mood Rooms der NH Hotel Group