Hotel Riverside Nordhorn aussen

Vier Sterne am See: Das Riverside Hotel in Nordhorn

Riverside heißt das 4-Sterne-Hotel am Vechtesee in Nordhorn, einem 52.000 Einwohner zählenden Ort im südwestlichsten Zipfel Niedersachsens, unweit der holländischen Grenze. Riverside? Am See? Ist das nicht ein Widerspruch? Müßte es nicht Lakeside heißen? Oder ist der Vechtesee gar kein See?

Die Nordhorner Bloggerin Anna Franzen hatte mir einen Besuch Ihrer Heimatstadt empfohlen, weil der Ort so schön sei, “mit all den Kanälen, Brücken und Kopfsteinpflastergassen”. Und weil es dort einen See gebe, auf dem man Boot fahren könne, und ein nettes, recht neues Hotel, das Riverside, direkt am Wasser. Nach einem Blick auf die Website des Hotels hat mich Anna nicht mehr lange überreden müssen. Sieht nett aus, dachte ich mir. Also habe ich dort eine Nacht gebucht, die Großstadt Hamburg verlassen und mich auf den Weg gemacht in die niedersächsische Provinz, um übers Wochenende mal so richtig auszuspannen. Nur die Sache mit dem See und dem “River” im Hotelnamen hatte ich noch nicht verstanden. Aber dazu später.

Das Riverside Hotel liegt idyllisch am Vechtesee in NordhornRiverside Hotel Nordhorn

Zunächst: Anruf im Hotel, drei Wochen vor der Anreise. Eine freundliche Dame am anderen Ende der Leitung erklärt mir, daß ich Glück habe. Genau ein Zimmer mit See-Blick sei noch frei. Ich überlege nicht lange und buche. Wenig später schickt mir das Hotel die Bestätigung und allerlei Infos. Darunter auch eine Reservierung im Hotel-Restaurant “Pier99”, wie am Telefon besprochen. Man hatte mir ausdrücklich empfohlen, einen Tisch zu buchen, und ich bin froh, diesen Rat angenommen zu haben. Am Wochenende ist das Lokal rappelvoll, und als Hotelgast keinen Platz zu finden, ist nicht schön.

Blick ins “Pier99”Riverside Hotel Nordhorn

Nordhorn: Das liegt auf halber Strecke von Leer nach Dortmund. Oder ziemlich genau in der Mitte zwischen Osnabrück im Osten und dem niederländischen Apeldoorn im Westen. Das Zentrum dieses Fadenkreuzes bildet die Grafschaft Bentheim mit seiner Staatsgrenze zu den Niederlanden im Westen und einer Landesgrenze zu Nordrhein-Westfalen im Süden.

Knapp drei Stunden war ich von Hamburg aus mit dem Auto unterwegs. Am Tag vor meiner Abreise schickt mir das Riverside noch zwei E-Mails zur Erinnerung mit dem freundlichen Hinweis, ich möge gerne anrufen, wenn ich den Weg nicht finden würde. War aber kein Problem. Die Wegbeschreibung war perfekt und das “Haus am See” einfach zu finden.

Riverside Hotel Nordhorn

Die Belegung des Parkplatzes verrät mir: Das Hotel ist gut gebucht. Niederländische Kennzeichen vermischen sich mit Nummernschildern aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hamburg. Am Eingang stehen viele Fahrräder. Eine fröhliche Seniorengruppe in sportlicher Fahrradkluft bahnt sich den Weg an den Empfangstresen in der Hotellobby. Dort geht alles routiniert schnell und freundlich zu. Nach ein paar Minuten stehe ich in meinem Zimmer im Parterre und trete auf den großzügigen Balkon. See-Blick! Schön – und vor allem: schön still. Natur pur. Schilfgras wiegt sich vor mir im Wind, gerade hoch genug, um mich vor neugierigen Blicken von der Seepromenade vor dem Hotel zu schützen. Da das Haus etwas höher liegt, als der Uferweg, kann ich das Wasser gut überblicken. Ich sehe ein paar Boote vom Tretbootverleih gleich nebenan. Oben segeln Möwen im Wind, unten höre ich die quietschende Rufe von Blässhühnern und das Gegacker von ein paar aufgeregten Enten. Ansonsten Stille.

Riverside Hotel Nordhorn

Das Zimmer ist geräumig und gefühlte drei Meter fünfzig hoch. Neben einem Esstisch am Fenster gibt es zwei Sessel mit Beistelltisch, ein Sideboard und eine Küchenzeile mit Mikrowelle, Geschirrspülmaschine und allen Utensilien, die man sonst nur in besseren Ferienwohnungen findet. Die Wandseite am Bett ist in dunklem Weinrot angestrichen, die weiße Wand gegenüber bietet einen schönen hellen Kontrast zu den dunklen Holzmöbeln im nachempfundenen Kolonialstil. Der Kleiderschrank ist groß genug für zwei und hat eine großzügige Auswahl an Holzbügeln für mindestens vier. Selbstversorger können es hier eine ganze Weile lang aushalten.

riverside Nordhorn Zimmer

Da ich kein Selbstversorger bin, zumindest nicht hier am Wochenende im Hotel, schaue ich mal ins Hotel-Restaurant nebenan. Fürs Mittagessen ist es zu spät, fürs Abendessen viel zu früh, aber glücklicherweise gibt es im “Pier99” nachmittags auch Kaffee und Kuchen. Ich gönne mir eine große Mandarinen-Käseschnitte vom Blech und einen Kaffee Latte. Lecker! Das Lokal, eine Mischung aus Restaurant, Café und Bar bietet auch eine gemütliche Sitzecke neben einem großen, gläsernen Ethanol-Kamin. Zeitungen liegen am Tresen aus und im Hintergrund läuft unaufdringliche, entspannende Lounge-Music. Herrlich! Ich hätte eigentlich den Rest des Tages hier sitzenbleiben können, wollte aber noch das Geheimnis des Sees erkunden, der vielleicht gar keiner ist.

Ich verlasse das Haus und gehe ein paar Minuten gegen den Uhrzeigersinn am Wasser entlang. Ein Schild am Weg erklärt die verschieden Laufstrecken, die ringsum angelegt sind. Für gemütliche Spaziergänge gibt es einen Rundweg um den See (“Vechteseerunde – 2,012 km”) und für die sportlicheren Besucher eine Sprintlaufstrecke über acht Kilometer, zwei Langlaufstrecken über zehn und elf, sowie die Halbmarathonstrecke “Ems-Vechte-Kanal” über 21 Kilometer. Die Nordhorner scheinen sehr sportlich zu sein. Läufer sehe ich am Nachmittag nicht so viele, aber jede Menge Radfahrer. Ein Teil des Wegs nennt sich “kunstwegen”, eine holländisch-deutsche Skulpturenroute entlang der Vechte, die Teil der beliebten Vechtetal-Route ist. Eine dieser Skulpturen ist von meinem Balkon aus zu sehen und steht auf einem – leider nicht zugänglichen – Steg am Wasser: Der Pavillon des US-amerikanischen Künstlers Dan Graham.

Riverside Hotel Nordhorn

Der mehr als 200 Kilometer lange Vechtetal-Radwanderweg führt vom Quellgebiet der Vechte im Münsterland über Nordhorn bis ins holländische Zwolle. Jetzt weiß ich auch, warum so viele Radfahrer das Hotel bevölkern. Radfahren wird in dieser Gegend ohnehin groß geschrieben. “Fietsen” sagt man hier. Das kommt vom niederländischen Fiets, dem Fahrrad, und bedeutet soviel wie “radeln”. Und so gibt es hier neben einer “United-Countries-Tour” auch eine “Grafschafter Fietsentour” mit 25 möglichen Tagestouren rund um und quer durch die Grafschaft Bentheim, deren Zentrum Nordhorn ist.

Wer, so wie ich, den See umrundet und einen Abstecher in die “Wasserstadt Nordhorn” macht, bemerkt die Zu- und Abflüsse des Sees – und kommt seinem Geheimnis langsam auf die Spur. Den Vechtesee gibt es nämlich erst seit 1974. Vorher hatte das regelmäßig Unheil bringende Hochwasser der Vechte immer wieder für Überschwemmungen in der Stadt Nordhorn gesorgt, zuletzt 1946, als der halbe Ort abgesoffen war. In den sechziger Jahren beschloss man, die Vechte zu regulieren und ließ den 16 Hektar großen See anlegen, damit sich der Sand des Flusses hier ablagern und die Vechte stets genügend Wasser abführen kann.

Riverside Hotel Nordhorn

Später am Abend, nach meinem Rundgang durch die Altstadt und um den See, sitze ich wieder im Hotel-eigenen Restaurant, dem Pier99, und genieße ein Bierchen im gemütlichen Sessel am Kamin. Halb Nordhorn scheint heute hier zu sein. Familien aus dem Umland sind zum Abendessen gekommen. Das überwiegend junge Personal rauscht mindestens dreimal mit Wunderkerzen zu einem der Geburtstagstische am Fenster und gratuliert. Das Pier99 im Riverside scheint auch ein Hotspot für die bessere Nordhorner Jugend zu sein. Angehübschte junge Frauen warten auf den angekündigten Live-Auftritt eines jungen A-capella-Sängers, der später zu seiner Gitarre greifen und aktuelle Pop- und Love-Songs zum Besten geben wird.

An den Tischen wird deutsch, niederländisch und englisch gesprochen. Es wird viel gelacht, erzählt, getratscht. Wer ist Hotelgast, und wer kommt von hier aus der Umgebung? Schwer zu sagen. Statt der gemütlichen Lounge-Music vom Nachmittag wummern jetzt schnellere Beats aus den Lautsprechern. Ich sitze da und höre, wie Peter Fox von seinem “Haus am See” singt. Mein Fuß wippt im Takt der Grooves und ich denke: geniale Idee mit dem See an der Vechte, denn ohne ihn gäbe es das Riverside Hotel wohl nicht. Wäre schade!

Riverside Hotel Nordhorn

Am nächsten Morgen werde ich vom fernen Glockengeläut einer der Nordhorner Kirchen geweckt. Ein paar Enten sind schon wach und verlassen gackernd das Schilf. Die ersten Blässhühner piepen. Sonst ist es still. Gegen neun Uhr gehe ich zum Frühstück. Noch ist es auch hier ruhig. Die Auswahl am Buffet ist beachtlich: Selten habe ich soviel frisch filetiertes Obst gesehen, wie hier. Die Sonne scheint auf den See und die ersten externen Gäste aus Nordhorn und den umliegenden Gemeinden kommen zum Frühstück vorbei. Kaltes und warmes Buffet bis 13 Uhr. Wird am Wochenende sehr gut angenommen.

Beim Auschecken sehe ich die Seniorengruppe wieder, die am Tag zuvor mit den Fahrrädern angekommen ist. Einige schwärmen noch vom abendlichen Saunagang oben im Hotel, weil das den schlappen Beinen so gut getan hätte. Andere berichten von der himmlischen Ruhe im Zimmer am See. Und ich denke mir: Anna, Du hattest Recht, es lohnt sich, hierher zu kommen. Ins Riverside am Vechtesee in Nordhorn.

Blick vom Balkon auf den See bei SonnenaufgangRiverside Hotel Nordhorn

Text und Fotos: © Peter von Stamm

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Kontakt zum Hotel:
Riverside Hotel
Heseper Weg 40
48529 Nordhorn
T.+49 (0) 59 21/8 19 81 0
info@riverside-nordhorn.de

Anreise:


Der Hotelkritiker, Fotograf und Travelblogger Peter von Stamm war vor wenigen Wochen zu Besuch bei uns – wunderschöne Bilder und ein faszinierender Beitrag. Peter, komm gerne wieder! :-)

Posted by Hotel Riverside on Montag, 24. August 2015

 

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