Zimmer im Hotel Zoo in Berlin

Tapetenwechsel: Hotel Zoo in Berlin – reloaded!

Wer heute den berühmten Kurfürstendamm im Berliner Stadtteil Charlottenburg besucht, darf eine Renaissance erleben. Der Ku’damm, wie der einstige Prachtboulevard zwischen Rathenauplatz und Kaiser-Wilhem-Gedächtniskirche umgangssprachlich genannt wird, hatte nach der Wende 1989 an Attraktivität verloren. Investoren und Besucher konzentrierten sich auf die “alte, neue Mitte” der wiedervereinigten Stadt. Edelboutiquen und Restaurants verließen den Boulevard, Gastronomen und Einzelhandel zog es in die Gegend der neuen touristischen Hotspots zwischen Potsdamer Platz, Friedrichstraße und Alexanderplatz. Seit ein paar Jahren aber, nach einer allmählichen Sättigung des Marktes in Berlin-Mitte, erfahren der Kurfürstendamm und seine Nachbarstrassen eine stetige Wiederbelebung. Die Gegend kehrt peu à peu zur alten Pracht zurück. Das alte Zentrum West-Berlins erlebt zur Zeit eine Wiedergeburt, und mit ihr ein legendäres Hotel: Das Zoo in Berlin.

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Das Hotel Zoo in Berlin - aussen

Die Geschichte des Hauses beginnt Ende des 19. Jahrhunderts. 1891 vom angesehenen Architekten Alfred Messel erbaut (bekannt für die Architektur des Pergamonmuseums, des Wertheim-Kaufhauses u.a.), diente das Gebäude zunächst 20 Jahre lang als Privatresidenz einer wohlhabende Berliner Familie. 1911 wurde das Gebäude zu einem der bekanntesten Hotels Berlins umfunktioniert, dem “Hotel am Zoo”, wo bereits in den 20er Jahren Ufa-Filmstars rauschende Feste feierten und die Berliner Bohème ein und aus ging. In den 1950er Jahren – das Gebäude hatte die Kriegszeiten wie durch ein Wunder unversehrt überstanden – avancierte das Haus zum VIP-Hotel der Berliner Filmfestspiele. Der berühmte “Zoo Palast”, seit 1957 das zentrale Wettbewerbskino der Berlinale, liegt nur 500 Meter entfernt. Kein Wunder, daß sich hier im Hotel am Zoo “große Tiere”, Stars und Sternchen die Klinke in die Hand gaben. Romy Schneider, Grace Kelly, Gina Lollobrigida, Hildegard Knef – sie alle wohnten hier, feierten Filmpremieren und wilde Parties. Dann aber blieb die Zeit irgendwie im Haus stehen. Seit 1950 hatte es keine Modernisierungen oder Umbauten gegeben. Und so exemplarisch, wie der Ku’damm selbst, verlor auch das Hotel am Zoo irgendwann an Attraktivität. Erst 2012 begannen unter Leitung eines neuen Eigentümers – das Hotel war sieben Jahre zuvor verkauft worden – die notwendigen, zwei Jahre währenden Umbauarbeiten (bis auf die unter Denkmalschutz stehende Fassade wurde das Gebäude komplett entkernt und neu gestaltet), die dem Hotel neues Leben einhauchen sollen.

Im Living Room des Hotel Zoo in Berlin

Beim Betreten des im November wiedereröffneten “Hotel Zoo” (das “am” wurde gestrichen) fühle ich mich einen Augenblick lang, wie ein kleiner Junge in der Märchenstunde des nahegelegenen Zoos, der dem Hotel seinen Namen gab: Ich habe den Ku’damm draußen vor dem sieben Meter hohen Hoteleingang hinter mir gelassen, und schreite nun über einen jadegrünen Teppich mit eingewebten Motiven schleichender Leoparden ins Innere des neuen Hotel Zoo. Es geht vorbei an schweren Tontöpfen mit großblättrigen Grünpflanzen, dezent illuminiertem altem Ziegel-Mauerwerk und eigens vom Art Department der Filmstudios Babelsberg angefertigten Ölgemälden einer fiktiven Ahnengalerie des Hauses. An der Decke über mir hängt schwerer Stuck in Form von Fantasie-Blüten (oder sind es Ventilatoren?); vor mir wartet der Concierge an einem schwebend-anmutenden Rezeptionstresen aus Walnussholz.

Der “Catwalk” im EingangsbereichEingang im Hotel Zoo Berlin

Mir fallen Begriffe ein wie “surreal”, “Dschungel”, “Fantasy”, “Zoo”. Was die Macher dieses Hauses geschaffen haben, ist eine wohn- und erlebbare Mischung aus modernstem Design, Film- und Märchenwelt. “Catwalk” nennt sich der 22 Meter lange Eingangsbereich, in Anlehnung an vergangene Zeiten, als in diesem Gebäude Filmstars aus aller Welt ein und aus gingen, und – so hoffen die Betreiber – in Zukunft dies auch wieder tun werden. Der “Green Carpet” mit seinen Schleich-Katzen stammt von der in New York lebenden Modeschöpferin Diane von Fürstenberg und die aus Hollywoods Glamour- und Filmwelt stammende amerikanische Interior-Designerin Dayna Lee, die sich schon an der Einrichtung von stylischen Hotels wie dem W Hotel Westwood in Los Angeles, dem Surfcomber Miami South Beach und weiteren Häusern beteiligt hat, durfte sich bei der Gestaltung des Hotel Zoo in Berlin geradezu “austoben”.

Blick in den Living RoomLiving Room im Hotel Zoo in Berlin

Die Empfangshalle nennt sich aus gutem Grund nicht “Lobby”, sondern “Living Room”. Das “Wohnzimmer des Hauses”, gestaltet in einer Mischung aus britischem Clubhaus-Stil und New Yorker Townhouse-Design, bildet das Herzstück des Hotels und vermittelt die Geborgenheit eines eleganten Zuhauses. Zur Zeit meines Aufenthalts verliehen geschmückte Weihnachtsbäume links und rechts des Kamins dem Raum zusätzlich heimelige Atmosphäre. Hier fühlte ich mich auf Anhieb wohl. Eine Galerie Baxter-Ledersessel lädt zum Verweilen vor dem fünf Meter breiten Kamin, dessen gläserne Rückwand den Blick zu einem kleinen Wintergarten freigibt. Rote Samtsofas von George Smith, Tom Dixon Wingchairs, wohl bestückte Bücherregale und ein Mix aus satten Gelb-, Rot- und Violetttönen geben diesem Raum in Kombination mit dem dunklen schoko-braunen Holzboden wohlige Wärme. Wer hier mit Blick auf den Kamin Platz nimmt, hat eine mehr als sechs Meter hohe, der Gründerzeit nachempfundene Wohnungstür aus Walnussholz im Rücken, die nirgendwo hinführt, weil sie sich nicht öffnen läßt. It’s Fantasy! Zusammen mit den flankierenden riesigen Spiegeln, dem tonnenschweren Fantasie-Lilienblüten-Stuck an der Decke, den sieben Meter hohen roten Vorhängen an den Durchgängen zu Bar und Restaurant und einer unbekannten Frau im Bademantel, die neben König Friedrich II. von Preußen lasziv von einem großen, vierteiligen Gemälde auf das Wohnzimmer hinabblickt, wähnt sich der Gast wie “Alice im Wunderland”.

Living Room im Hotel Zoo Berlin

Diese Kombination aus amerikanischem und englischem Design, Nostalgie und Zeitgeist setzt sich in den angrenzenden öffentlichen Bereichen und den 145 Zimmern und Suiten fort. Hinter dem Living Room erstreckt sich der schicke Bar- und Lounge-Bereich, der den Übergang zum künftigen Restaurant Grace bildet (bis jetzt wird hier nur gefrühstückt). Dort, wo es möglich war, die mehr als 120 Jahre alten original Backsteinwände freizulegen und zu erhalten, wurden diese ins Design des Hauses integriert. Sowohl im loungigen Bar-Bereich mit seinen grünen Sesseln, auberginefarbenen plüschigen Bänken und Kerzen-illuminierten Tischchen, als auch in einigen Zimmern, die sich wegen ihres Backsteinmauer-Charmes “Industrial Rooms” nennen.

Blick in die BarBar im Hotel Zoo in Berlin

Alle Zimmer und Suiten des Hotel Zoo verfügen über Flachbildfernseher mit Apple TV, Nespresso Kaffeemaschinen, Regendusche oder Badewannen (mein Zimmer hatte beides). Von meinem King-Size Bett aus hatte ich freien Blick auf das große, offene Bad, dessen Regendusche nur durch eine Scheibe vom Schlafzimmer getrennt war. Das Badezimmer war groß und komfortabel, hatte aber ein Manko: Der Schminkspiegel war unbeleuchtet, was vor allem weibliche Gäste stören könnte, ebenso wie ein fehlender Ankleidespiegel im Zimmer.

Open Bath – mit Blick von der Dusche aufs BettOpen Bath im Hotel Zoo in Berlin

Sicher, es gibt ein paar (wenige) Kinderkrankheiten, unter denen fast jedes neue Haus nach seiner Eröffnung zunächst leidet, die sich aber in der Regel leicht abstellen lassen. Ausgeglichen werden diese “Mini-Mankos” im Hotel Zoo durch ein außergewöhnlich gutes Frühstück mit frischem Minz-Limetten-Wasser am Tisch und exotischen Zutaten wie Feigen- und Kressebutter, Zitronenquark, laktosefreier und Soja-Milch, Fenchelsalami, Txogitxu- und anderen Schinken-Sorten am Buffet (es gab sogar Christstollen!). Lobenswert war der angenehme, charmante Service des hoch motivierten Personals, das ich an dieser Stelle ausdrücklich loben möchte. Besonders hervorzuheben sind hier die Bar-Mannschaft am Abend, Elizabeth und Eric vom Frühstücksteam und Nadine Loyal vom Front Office. Ich bin mir sicher, daß mit diesem Team der alte Glanz ins Haus am Kurfürstendamm Nummer 25 zurückkehren wird. Die erste wilde Party in der Bar durfte ich schon miterleben. Irgendwann kommt vielleicht auch ein Hauch von Hollywood zurück. Ins Hotel Zoo – reloaded! Alle Fotos: © Peter von Stamm Das Hotel Zoo in Berlin ist Mitglied der Design Hotels™ Kontakt: Hotel Zoo Kurfürstendamm 25 10719 Berlin, Deutschland Telefon: +49 (0)30 884 370 info@hotelzoo.de www.designhotels.com/hotel-zoo-berlin Vom Hotel aus sind zu Fuß zu erreichen: Die Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in 5 Minuten (400 Meter) Der S-Bahnhof Zoologischer Garten in 7 Minuten (500 Meter) Der Zoo Palast in 7 Minuten (500 Meter) Der Zoologische Garten (Zoo Berlin) in 10 Minuten (700 Meter) Das Kaufhaus des Westens (KaDeWe) in 13 Minuten (1 Kilometer) Die Schaubühne (Theater) in 25 Minuten (2 Kilometer)

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Hotelkritik: Das im November 2014 (wieder-) eröffnete Hotel Zoo in Berlin, dessen Geschichte bereits 1891 begann.
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