Nordirland – Auf schmalen Küstenpfaden

Der Klippenpfad „The Gobbins“ an der Causeway Coastal Route in Nordirland bietet eine spektakuläre Wanderung am Atlantik

Es ist ein kühler Morgen im Juli an der nordirischen Küste. Noch ziehen graue Wolken schnell am Himmel vorbei und ohne Jacke ist der Aufenthalt im Freien etwas unangenehm. Am Horizont ist der Himmel bereits blau, während die feuchten Straßen vom letzten Regenschauer vor einer halben Stunde zeugen – typisch irisches Wetter. Wer nur bei strahlendem Sonnenschein in Irland draußen etwas unternehmen möchte, der ist fehl am Platz, und so gilt der Spruch „Es gibt kein schlechtes Wetter, nur schlechte Kleidung“ auch hier auf der Insel.

Dieser Artikel wurde zuerst in der Sindelfinger Zeitung abgedruckt

Abdruck in der Sindelfinger Zeitung
Abdruck des Artikels in der Sindelfinger Zeitung

Nordirland: Der Gobbins Cliff Path

Warm eingepackt, zusätzlich ausgestattet mit einem Helm, ist eine kleine Gruppe auf dem Weg zum Gobbins Cliff Path. Rund drei Kilometer und über unzählige Stufen geht es entlang der Klippen. Der schmale Pfad windet sich immer leicht über der Wasseroberfläche, geht über Brücken und durchquert eine Höhle, in der es auch zunächst tief hinab- und dann wieder hoch hinaufgeht.

Nordirland Kliffpfad
Abenteuerlich: Der Gobbins Cliff Path in Nordirland – ©Annette Nüssle

Mittlerweile haben sich die letzten grauen Wolken verzogen und das Meer schimmert leicht türkis unter den Wanderern. Neben geologischen Besonderheiten wie die unterschiedlichen Gesteinsschichten wartet der Pfad mit ganz besonderen Bewohnern auf. Hier lebt die einzige Papageientaucherkolonie Nordirlands. Die schwarzen Vögel mit den auffällig bunten Schnäbeln sind es dann auch, die jeder mit dem Fernglas der Führerin sehen möchte. Aber sie sind nicht die einzigen Bewohner der hohen Klippen mit ihren winzigen Felsvorsprüngen und Nischen.

Möwen, Falken und der Blick übers Meer

Klippenmöwen, Krähenscharben und hin und wieder ein Kormoran sind hier genauso zu Hause wie weiter oben der Wanderfalke. Trotz geschützter Pfade sind die Besucher hier nicht nur wegen möglicher kleiner Steine froh um ihre Helme. Die Dreizehenmöwen bilden die größte Gruppe und lassen sich bei der Aufzucht ihrer Jungen durch die neugierigen Blicke der Besucher nicht stören. Der Blick übers Meer lässt an klaren Tagen die schottische Küste erahnen und in der Ferne ziehen große Schiffe an der Küste vorüber.

Klippenmöwen
Klippenmöwen brüten in den Felsen – ©Annette Nüssle

„Wie damals die Titanic bei ihrem Stapellauf“, weiß Sally, die Führerin, zu berichten, und legt den Besuchern gleich noch den Besuch des Titanic-Museums in Belfast ans Herz. Doch zunächst gilt es am Ende des Pfades umzudrehen und den gleichen Weg zum Ausgangspunkt zurück zu gehen. Mittlerweile kommt eine weitere Besuchergruppe entgegen, und wie auf den schmalen Straßen heißt es auch hier, an der Ausweichstelle zu warten, bis die anderen vorüber sind. Zeit genug, noch einmal einen Blick an den Klippen hoch und in die Ferne zu genießen, bevor es mit dem Kleinbus wieder zum Informationszentrum zurückgeht.

Die dortige Ausstellung zeigt die Geschichte des Pfades auf anschauliche Weise. Die hohen, rauen Klippen, das wilde Meer und die Vielfalt an Pflanzen und Tieren sind nicht nur heute ein Anziehungspunkt, bereits Anfang 1900 waren sie Grund genug für einen Ausflug zum wilden Klippenpfad.

Metallstag am Klippnpfad
Brücke über den Klippen am Gobbins Cliff Path – ©Annette Nüssle

The Gobbins Cliff Path: Attraktion seit 1902

Was 1902 als eine der ersten touristischen Attraktionen begann, lange Jahre verfiel und dann 2015 wieder neu zum Leben erweckt wurde, ist heute mit ein Highlight und bietet ganz besondere Einblicke. Der Besuch ist nur mit einer Führung möglich.

Die industrielle Entwicklung und die Erfindung der Dampfeisenbahn waren es, warum Berkeley Deane Wise einen Klippenpfad der ganz besonderen Art entwickelte, um so den aufkommenden Tourismus zu unterstützen und am Wochenende die Züge auszulasten. Die Vision, das Meer und die Klippen den Menschen näherzubringen, das war schon damals sein Ziel. Bereits 1902 wird der ursprüngliche Klippenpfad eröffnet. Hölzerne Brücken ohne Geländer, eine Höhlendurchquerung, bei der man je nach Stand der Gezeiten nasse Füße bekam, all das war für die damaligen Zeiten abenteuerlich und einmalig.

Info:

Der Klippenpfad kann nur mit einer geführten Tour begangen werden. Wichtig zu wissen: Knöchelhohe Schuhe sind Pflicht, ebenso das Tragen des Helms, der jedem Besucher zur Verfügung gestellt wird.

A. Nüssler in den Klippen
Unsere Autorin Annette Nüssle auf dem Klippenpfad – ©Annette Nüssle

Weitere Informationen unter: www.thegobbinscliffpath.com

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Nordirland - Auf schmalen Küstenpfaden
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Nordirland und der „Gobbins Cliff Path“ - Der Klippenpfad kann nur mit einer geführten Tour begangen werden. Wichtig zu wissen: Knöchelhohe Schuhe sind Pflicht, eben-so das Tragen des Helms, der jedem Besucher zur Verfügung gestellt wird.
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