Besuch bei Basti Degen in der Brauerei Monstein

Sebastian „Basti“ Degen ist ein Pfundskerl – und ein Bierbrauer, wie er im Buche steht: Der sympathische Fast-Zwei-Meter-Typ mit den stämmigen Armen und einem Händedruck, der einem Schraubstock gleicht, steht vor einem der Braukessel in „seiner“ Brauerei Monstein, öffnet einen Hahn, füllt ein Glas und fragt: „Magst Du ein Bierchen?“ – Nein, vielen Dank, dafür ist es mir morgens um kurz nach zehn Uhr doch noch etwas zu früh. „Später aber ganz sicher“, bedanke ich mich.

Bierseliges Graubünden: Besuch in der Brauerei Monstein

Die Brauerei Monstein hat ihren Namen von dem alten Walserdorf Monstein, das zu Davos in Graubünden gehört, auch wenn es knapp 12 Kilometer außerhalb liegt. Das kleine Dorf hat kaum 200 Einwohner, aber zwei kleine Kirchen. Am Ortseingang gibt es auf der rechten Seite eine kleine Grundschule, und auf der linken Seite einen kleinen Krämerladen mit Post-Schalter.

Podcast: Braumeister Basti Degen im Gespräch. Hört doch mal rein!

Von Davos aus ist es mit dem öffentlichen Bus ein halbe Stunde hierher: Erst fährt man mit Bus Nummer 1 bis Glaris Bahnhof, dann mit Nummer 10 den Berg hinauf bis nach Monstein. An der Haltestelle, gleich gegenüber vom kleinen Krämerladen, muß der große Bus wenden. An dieser Stelle darf er auch „parkieren“. Dabei hängt sein Heck gewöhnungsbedürftig weit über dem Abgrund. Aber keine Sorge: Das sieht gefährlicher aus, als es ist.

Mit dem Bus nach Monstein

Mit dem Bus nach Monstein – auch SRF News war es eine Meldung wert

50 Meter die Straße hoch ist auf der rechten Seite das Gebäude der alten Sennerei von Monstein, in dem seit 2001 die kleine Brauerei Monstein ihr Zuhause hat. Weil Monstein auf 1625 Meter Höhe liegt, galt die Brauerei lange Zeit als „höchste Brauerei Europas“ (heute gibt es noch höher gelegene Brauereien im Engadin und in Italien).

Streß scheint es hier oben in Monstein nicht zu geben. Wanderer stapfen über die Straße, ab und an fährt mal ein Auto vorbei, ansonsten geht es gemächlich zu. Man schaut entweder hinab ins Tal oder hinauf zu den Bergen. Einer dieser Berge ist das Gipshorn. Dort oben entspringen fünf Quellen, aus denen der Ort und die Brauerei ihr Wasser beziehen.

Sebastian "Basti" Degen in der Brauerei Monstein

Braumeister Sebastian „Basti“ Degen in „seiner“ Brauerei Monstein – ©Peter von Stamm

Das Wasser aus den Bergen ist nicht nur mineralhaltig, sondern enthält wegen der natürlichen Gipsschicht im Berg viel Calciumsulfat: „Was andere Brauereien dazusetzen müssen, um ein gutes Brauwasser zu habe, holen wir einfach vom Berg“, erklärt Basti Degen.

Ursprünglich kommt er aus Franken und wollte „mal etwas Auslandserfahrung sammeln“, wie er mir im Gespräch zwischen Braukesseln, Schrotmühle und Abfüllanlage erzählt. Das war 2007. Damals suchten die Eigentümer der „BierVision AG“, zu der die Monstein Brauerei gehört, einen „Jungbrauer“. Basti Degen heuerte als Brauer an und arbeitete hier zunächst bis 2010. Danach sammelte er weitere Erfahrungen in England und Düsseldorf, machte schließlich in München seinen Abschluß als Braumeister und ist in dieser Funktion seit 2013 wieder in Monstein angestellt.

Und hier darf er sich förmlich austoben: Neue Biere kreieren ist genau sein Ding. Es macht ihm nicht nur Spaß, er hat damit auch Erfolg. Das liegt sicherlich auch daran, daß Basti Degen sein Bier nach „bayerischem Reinheitsgebot“ braut, wie er betont. Für ihn kommen grundsätzlich nur vier Rohstoffe ins Bier: Malz, Wasser, Hopfen und Hefe. „Aus diesen vier Rohstoffen geniale Biere zu machen, ist die eigentliche Kunst“, erzählt Basti Degen weiter.

Basti Degen vor der Brauerei Monstein

Der Mann hat Spaß in der Schweiz: Basti Degen vor der Brauerei Monstein – ©Peter von Stamm

Daran gemessen muß Basti Degen ein Künstler sein. Sein untergäriges, helles Monsteiner Huusbier aus 90 Prozent Bündner Bio-Gerste und Schweizer Bio-Hopfen ist geradezu legendär. Das bernsteinfarbene Monsteiner Wetterguoge mit etwas Rauchmalz, das Monsteiner Häusträffel (Weizenbier) oder das leichte Bio-Bier Monsteiner Mungga stehen dem in nichts nach.

2000 Hektoliter Bier produziert Basti Degen jährlich in „seiner“ Brauerei Monstein. Darunter auch saisonale Biere wie das Schwarzbier, das Bio-Steinbock oder das Weizenbock Bier. Und was ist das Lieblingsbier von Braumeister Degen? „Freibier“ lacht er. „Es kommt auf die Saison drauf an: Im Sommer trinke ich lieber schlankere, leichtere Biere und im Winter eher kräftige, aromatische Biere.“

Lieblingsbier des Braumeisters? „Freibier“

Monsteiner Bier, vor allem das helle Huusbier, kennt jeder in Davos. Man kann es in den meisten Restaurants und Hotels bestellen. Ich selbst kenne es unter anderem aus dem schicken Hotel Grischa, aus der In-Location „Das LOKAL“ und aus dem örtlichen Coop Markt.

In den Coop muß ich nach meinem Besuch dann nicht mehr. Zum Abschied drückt mir Basti Degen ein paar Flaschen „Monsteiner“ in die Hand. Schließlich hatte ich sein Angebot, ein frisch Gezapftes aus dem Kessel, morgens um kurz nach zehn Uhr ausgeschlagen. Wäre nicht gut gewesen für das Gespräch. Oder vielleicht doch? Ich muß lachen und verabschiede mich. Wiederkommen werde ich auf jeden Fall. Vielen Dank, Basti!

Wie man nach Monstein kommt, erfahrt Ihr hier: [Fahrt nach Monstein]

Auch interessant:

Mit dem Bus nach Monstein – Parkieren am Abgrund

Mit dem Bus nach Monstein bei Davos – ©Peter von Stamm

Küche mit Herz – Das LOKAL in Davos

Restaurant LOKAL in Davos

Kräuter-Weißwein-Suppe im Das Lokal

Hoteltipp: Das Grischa in Davos

Monta Grill Restaurant im Hotel Grischa in Davos

Hotel Grische in Davos

 

 

Summary
Besuch bei Basti Degen in der Brauerei Monstein
Article Name
Besuch bei Basti Degen in der Brauerei Monstein
Description
Sebastian „Basti“ Degen ist ein Pfundskerl - und ein Bierbrauer, wie er im Buche steht: Der sympathische Fast-Zwei-Meter-Typ mit den stämmigen Armen und einem Händedruck, der einem Schraubstock gleicht, steht vor einem der Braukessel in „seiner“ Brauerei Monstein, öffnet einen Hahn, füllt ein Glas und fragt: „Magst Du ein Bierchen?“ – Nein, vielen Dank, dafür ist es mir morgens um kurz nach zehn Uhr doch noch etwas zu früh. „Später aber ganz sicher“, bedanke ich mich.
Author
Publisher Name
petervonstamm-travelblog.com